Wie alles begann
Disclaimer: Am Anfang geht es nur um meine Motivation für den Tauchschein. Wenn das dich nicht interessiert, sondern nur die Tipps, die ich für dich habe, so überspringe diesen Abschnitt und gehe gleich zu „1. Warum brauche ich einen Tauchschein und welchen soll ich machen?“.
Tauchen ist einer meiner ältesten Kindheitsträume. Ich erinnere mich an einen Familienurlaub in Spanien. Ich muss so fünf oder sechs Jahre alt gewesen sein. Ich verbrachte den ganzen Tag im Pool und versuchte, unter Wasser von einem Ende zum anderen zu schwimmen, ohne aufzutauchen oder Luft zu holen. Mein Großvater sagte mir, dass ich den Atem viel länger anhalten könnte, wenn ich mehr Müsli essen würde. Das ist also alles, was ich die ganze Woche gegessen habe. Müsli. Während sich alle sonnten oder an den Strand gingen, war ich im Pool und übte und am Ende der Woche habe ich es endlich geschafft!
Dann, eines Tages am Strand, sahen wir Taucher in voller Ausrüstung, einschließlich Harpunen, ins Wasser gehen. Ich war so fasziniert, dass ich versuchte, ihnen mit meinen Augen unter Wasser zu folgen, bis mir die Augen weh taten. Ein Traum wurde geboren.
Danach habe ich mich über das Tauchen informiert, wo immer ich konnte. Ich kannte die ganze Ausrüstung auswendig, blätterte stundenlang durch Tauchermagazine, sah mir verschiedene Tauchmesser und andere Tauchausrüstung an und stellte mir vor, ich sei ein Gerätetaucher. Wir hatten in der Stadt eine Tauchschule mit einem sehr tiefen „Tauchturm“ mit Glaswänden, und man konnte mich dort oft finden, wie ich den Gerätetauchern beim Tauchen zusah. Wenn man sieben Geschwister hat, werden einem nicht alle Wünsche erfüllt. Und so blieb auch Tauchen nur ein weiterer Traum, den ich auf Eis legen musste.
Als ich dann endlich mein eigenes Geld verdiente und etwas Zeit übrig hatte, war es also ganz natürlich, dass ich mir diesen alten Traum erfüllte. Die Frage war nur wann, wo und mit wem.
Wie so häufig, wenn man im Leben wirklich etwas ins Auge fasst, passieren dann einfach Dinge, die diese Fragen beantworten. Gerade als ich darüber nachdachte, wann, wo und mit wem ich meinen Tauchschein machen wollte und mir Tauchschulen in und um Frankfurt herum ansah, kam eine gute Freundin von meiner Universitätszeit, J, zu Besuch. Wir sprachen über alles Neue in unserem Leben und über unsere nächsten Pläne und ich erzählte ihr, dass ich einen Tauchschein machen möchte. Ihre Augen leuchteten auf, während sie mir erwiderte, dass sie den Theoriekurs bereits online gekauft und begonnen hatte, sich nach Tauchschulen für den praktischen Teil umzuschauen. Wir dachten uns: warum nicht den praktischen Teil gemeinsam an einem aufregenden Ort machen? Ein Plan war geboren.
Als J nach Hause zurückkehrte, begannen wir beide, mehr über Tauchschulen zu recherchieren, Rezensionen zu lesen und sicherzustellen, dass es an einem schönen Ort sein würde. Wir fragten auch herum, um zu sehen, ob sich noch jemand zu uns gesellen würde. Schließlich entschieden wir uns für Diveshack Malta, weil es sehr nah am Meer liegt, aber dennoch in einer Stadt liegt, in der es abends viel zu tun gibt. Außerdem ist Malta auch ein beliebter Tauchplatz mit einer reichen Meeresflora und -fauna und sogar Schiffswracks, die auch für Anfänger zugänglich sind (was ziemlich selten ist). Hier sind also 5 Dinge, die ich im Zuge des Erwerbs meines ersten Tauchscheins gelernt habe und von denen ich wünschte, ich hätte sie schon vorher gewusst.
1. Warum brauche ich einen Tauchschein und welchen soll ich machen?
Wenn du schon einmal über das Gerätetauchen nachgedacht hast, wirst du wahrscheinlich schon herausgefunden haben, dass du nicht unbedingt einen Tauchschein benötigst, um tauchen zu gehen. Du kannst auch einfach zu einem Tauchzentrum gehen, dir die Ausrüstung ausleihen und mit einem Tauchlehrer tauchen. Ich hatte dies zuvor bereits zweimal im Roten Meer in Israel getan, und obwohl das Meeresleben dort erstaunlich schön ist, fand ich es einfach lästig, die ganze Zeit mit einem Tauchlehrer Händchen halten zu müssen und keine Ahnung zu haben, was er gerade macht und warum ich jetzt auf- oder absteige.
Tauchen ist immer mit Regeln und Einschränkungen verbunden und jeder Tauchschein erweitert mindestens eine der folgenden drei Einschränkungen: Kosten, Tiefe/Tauchumgebung und Ausrüstung. Wenn du ohne Ausrüstung tauchen möchtest, brauchst du natürlich überhaupt keinen Tauchschein. Wenn du mit Ausrüstung tauchen möchtest, kannst du dies auch ohne Schein tun, aber es wird teurer, da während des gesamten Tauchgangs ein Tauchlehrer anwesend sein muss, der mit dir Händchen hält. Außerdem darfst du ohne Tauchschein auch nicht so tief tauchen. Wenn du also wirklich die Freiheit und Freude, die das Tauchen dir bieten kann, in vollem Umfang erleben willst, wirst du höchstwahrscheinlich einen Schein benötigen.
Aber welchen Tauchschein brauchst du? Es gibt zwei große Tauchschulen, die international anerkannt sind: die Professional Association of Diving Instructors (PADI) und Scuba Schools International (SSI). Beide bieten ein sehr ähnliches Programm an, sodass es wirklich nur von deinem bevorzugten Standort und dem Preis abhängt, für welche der Schulen du dich entscheidest. In geringerem Maße vielleicht auch von dem Programm, das deine Freunde durchlaufen, da ihr die Tauchausbildung vielleicht gemeinsam fortsetzen möchtet.
Die Tauchkurse für Anfänger heißen PADI Open Water Diver oder SSI Open Water Diver (beide mit OWD abgekürzt) und erlauben dir, mit einem Tauchpartner derselben Qualifikation im Freiwasser (d.h. nicht in Höhlen oder anderen geschlossenen Umgebungen, wie Wracks) bis zu einer Tiefe von 18 m ohne Tauchlehrer zu tauchen. Du beginnst deine „Karriere“ als Taucher mit einem dieser beiden Programme und kannst danach zusätzliche Zertifizierungen wie „Wracktaucher“, „Enriched Air Diver“ usw. erwerben, um deine Grenzen zu erweitern.
2. Was kostet ein Tauchschein?
Die Kosten für einen PADI Open Water Diver oder den SSI Open Water Diver sind an den meisten Orten in Europa und tatsächlich sogar in den meisten Teilen der Welt sehr homogen. Für einen solchen Anfängerkurs kannst du mit ca. 475€ rechnen. In Asien kann er billiger sein und ich habe auch gehört, dass SSI-Schulen in Asien im Allgemeinen billiger sein sollen als PADI-Schulen dort, sodass du schon deine eigenen Nachforschungen anstellen musst, je nachdem, wo du deinen Tauchschein machen möchtest, aber im Allgemeinen kannst du damit rechnen, dass du nicht viel mehr als 475€ bezahlen wirst. Abgesehen davon gibt es eine Sache, die ich wirklich gerne gewusst hätte, bevor ich mich für meinen PADI Open Water Diver Kurs angemeldet habe:
Tipp: KAUF DAS THEORIEPAKET NICHT DIREKT VON PADI ODER SSI! Ich habe diesen Fehler gemacht und bin dadurch um über 100€ ärmer geworden. Wenn du zum Beispiel das Theoriepaket direkt von PADI kaufst, kostet es 175,24€. Tauchschulen kaufen sie in großen Mengen und können dir daher einen massiven Rabatt anbieten. Diveshack Malta zum Beispiel, also die Schule, in der ich meinen PADI Open Water Diver mit meinen Freunden gemacht habe, bot uns das Theoriepaket für nur 75€ pro Person an, plus einen kostenlosen Abenteuertauchgang nach dem Kurs, wenn wir die Theorie vor der Ankunft auf Malta absolviert haben. Stell also sicher, dass du wirklich recherchierst, und frag erst bei ein paar verschiedene Schulen vor Ort an, was sie dir anbieten können, bevor du etwas buchst.
3. Wie sieht die praktische Ausbildung aus und wie lange dauert sie?
Der praktische Teil des OWD-Kurses besteht aus 9 Tauchgängen („Sessions“), von denen 5 im Schwimmbad („confined water sessions“) und 4 im Freiwasser („open water sessions“) stattfinden. Als Schwimmbad kann auch ein Wasserreservoir mit schwimmbadähnlichen Bedingungen dienen. Offenes Wasser hingegen ist das Meer oder ein See oder jedes andere „natürliche“ Wasserreservoir. Du kannst normalerweise bis zu 3 Tauchgänge in einen Tag packen, was bedeutet, dass du die ganze praktische Ausbildung in nur drei Tagen absolvieren kannst. Denk jedoch daran, dass du nach jedem Tauchgang mindestens 18 Stunden lang nicht mit dem Flugzeug fliegen darfst, da dies zu Dekompressionskrankheit führen kann. Deinen Tauchurlaub solltest du entsprechend planen.
Wir haben unseren Kurs in drei Tagen abgeschlossen, waren aber buchstäblich den ganzen Tag von 8 Uhr morgens bis 17, 18 und an einem Tag sogar 19 Uhr abends im Wasser, um dies zu erreichen.
4. Wie lange dauert der theoretische Teil?
Ich wünschte wirklich, ich hätte das früher gewusst. Du solltest mindestens 60 Stunden für den gesamten theoretischen Teil des OWD-Kurses einplanen, wenn du ihn wirklich gründlich studieren und etwas für dein Leben lernen willst. Ich habe erst etwa zwei Wochen vor der Reise nach Malta angefangen, die Theorie zu lernen und habe es nur geschafft, zwei der fünf Teile des Kursmaterials fertigzulernen, sodass ich am letzten Tag mehr als die Hälfte des Kursmaterials einfach durchblättern und bei den meisten Quizfragen raten musste. Die Quizfragen muss man einreichen, damit der theoretische Teil für den Kurs angerechnet wird.
Leider bedeutet dies, dass mir immer noch viel von dem Material fehlt, das ich eigentlich schon wissen müsste, zumal man in der Tauchschule eine weitere theoretische Prüfung physisch ablegen muss. Ich habe immer noch vor, das Material irgendwann einmal durchzugehen, weil ich mich wirklich für das Thema interessiere und alles darüber wissen möchte. Allerdings ist es nur unangenehm, dass ich das nicht schon vor meiner Abreise nach Malta abgeschlossen habe.
5. Wo bekomme ich den Tauchschein her?
Es gibt mehrere Überlegungen, die in diese Entscheidung einfließen können. Vielleicht möchtest du deinen Tauchkurs in einen längeren Urlaub integrieren, ein neues Reiseziel erkunden oder es einfach nur hinter dich bringen. Natürlich kannst du dich auch nach einer Tauchschule in der Nähe deines Wohnortes umsehen. Aber wo ist der Spaß dabei?
Wir hatten Glück, dass wir nur Tauchschulen in unmittelbarer Nähe des Meeres in Betracht gezogen haben. Das bedeutete, dass wir alle „Confined Water Sessions“ auch im Meer durchführen konnten, was natürlich viel cooler ist, als das Meer zwar zu sehen, aber den ganzen Tag in einem Pool zu verbringen. Wenn du den gleichen Vorteil genießen möchtest, such dir einfach Tauchschulen, die direkt am Strand liegen und bei denen auf GoolgeMaps in der Satellitenansicht kein Schwimmbad in der Nähe zu sehen ist. Es ist sehr wahrscheinlich, dass es für diese Tauchschule auch zu umständlich ist, dich in ein weit entferntes Schwimmbad zu bringen, wenn es Wasser direkt vor der Nase gibt.
Zusammengefasst
Ich hoffe, ich konnte dir mit diesem Blogbeitrag helfen, dir etwas Übersicht über die verschiedenen Optionen beim Tauchschein zu verschaffen und dich vielleicht sogar motivieren, auch dieses wunderbare Hobby in Angriff zu nehmen.
Hier zusammenfassend nochmal die wichtigsten Punkte meiner ersten Taucherfahrung zum mitnehmen:
- Beginne mit einem PADI- oder SSI OWD, aber recherchiere vorher Schulen und Programme in dem Gebiet, in das du reisen möchtest, bevor du etwas buchst.
- Buch das Theoriepaket niemals direkt von der Programm-Website. Frag die örtlichen Tauchschulen nach Angeboten.
- Plan deine Tauchreise mit genügend Dekompressions-Zeit (mindestens 18 Stunden) vor dem Flug.
- Beginne mit dem Lernen der OWD-Theorie mindestens einen Monat vor dem praktischen Kurs.
- Wenn du Tauchschulen in unmittelbarer Meeresnähe und ohne Swimmingpool aussuchst, ist es sehr wahrscheinlich, dass du auch von Confined Water Sessions im Meer profitieren wirst.
Ich hoffe, dass dir das Lesen bis hierher Spaß gemacht hat und wünsche dir noch alles Gute beim Entwickeln deiner Hobbies. Auf neue Abenteuer!